Veröffentlicht: 18.09.2021

Blog #51: Kaminofen installieren

Bei aller Liebe und Notwendigkeit zum günstig Bauen ist eines aus unserem Pflichtenheft nicht wegzudiskutieren: ein Kaminofen mit Sichtfenster. Nun wird der zu Heizzwecken wahrscheinlich selten gebraucht werden, denn die Wärmepumpe wird diesen Job hoffentlich zuverlässig übernehmen. Aber es gibt trotzdem zwei Gründe, warum wir einen solchen Ofen gerne hätten:

1. Weil wir die Atmosphäre eines offenen Feuers lieben. Schon während unserer Bauzeit und auf unseren Fernreisen mit dem Wohnmobil ist ein Lagerfeuer für uns so etwas wie ein ständiger Begleiter.


2. Sicherheitsrelevante Aspekte was die Beheizung unseres Hauses anbelangt. Wir wollen was die Heizung anbelangt nicht abhängig von unserem Stromerzeuger sein. Immer häufiger geistern Aussagen durch die Gazetten und Internet-Foren, dass ein Blackout keine Frage des „ob“ ist, sondern nur noch eine Frage des „wann“. Mit reichlich Baumbestand auf dem eigenen Grundstück und hektarweise Wald hinter dem Haus würden wir uns sonstwohin beißen, wenn eines Tages mal der Strom für die Wärmepumpe weg sein sollte und damit die Bude kalt. Ergo ist der Kaminofen alles andere als „nice to have“.


Es muss also ein Ofen her, der beides kann: Wärme fürs Haus liefern und eine tolle Atmosphäre erzeugen. Natürlich hätte man ihm noch weitere Funktionen ins Pflichtenheft schreiben können. Schließlich gibt es auch solche Modelle, die mit einer Wärmetauscherfunktion ausgestattet sind und somit auch Warmwasser bereiten können. Und es gibt Kaminöfen, auf denen man auch kochen kann. Allerdings geht das dann auch ins Geld. Kochen und Warmwasser bereiten lässt sich im Krisenfall auch mit einem günstigen Gaskocher bewältigen. Als Langzeitcamper sind wir mit derlei Situationen vertraut und wissen uns gut zu helfen. Deshalb haben wir auf diese weiterführenden Funktionen verzichtet.


Aber eines ist uns wichtig: Dass das offene Feuer möglichst von allen Seiten in unserem Wohnraum sichtbar ist. Das setzt voraus, dass unser Ofen entweder aus einem Glaskörper besteht oder zumindest drei Sichtfenster aufweist. Das schränkt die Auswahl deutlich ein. Das hat allerdings auch den Vorteil, dass die Informationsbeschaffung und Entscheidung deutlich abgekürzt wird.

 

Kaminofen Rota Tre 2.0 von Oranier.

Unsere Herzen hat schließlich der Rota Tre 2.0 von der Firma Oranier gewonnen. Ein runder Ofen in schlichtem mattschwarz, mit grauer Specksteinplatte darauf, die prima zur Natursteinwand passt, vor der er stehen wird. Wie der Name schon vermuten lässt, steht das „Tre“ für drei Fenster – also genau das, was wir wollen. Und mit ca. 1.500 Euro inklusive der Stahl-Bodenplatte passt er gerade noch in unser 100.000-Euro-Budget. 

Weitere Entscheidungsgründe sind für uns der relativ hohe Wirkungsgrad des Ofens >= 78% und eine schadstoffarme Verbrennung. Im Bedarfsfall kann der Ofen auch als alleinige Heizquelle für Räume bis zu 88 m³ Raumvolumen genutzt werden. 

Im Download-Kasten rechts findest Du weitere Infos wie Bedienungsanleitung, Produktdatenblatt usw. zum Herunterladen.

Noch mehr Heiz- und Kochlösungen von ORANIER findest Du auf der ORANIER-Website https://oranier.com.

 
 

 

Frischluftzufuhr von außen durch ein HT-Rohr in der Bodenplatte.

Frischluftzufuhr von außen durch ein 150er HT-Rohr, das in der Bodenplatte liegt. 

Ein weiteres Entscheidungskriterium ist die Tatsache, dass der Rota Tre 2.0 über die Option verfügt, die Frischluft von außen entweder über einen Einlass in der Rückwand oder über einen am Boden zuzuführen. Wir haben beim Gießen der Bodenplatte ja bereits ein 150er HT-Rohr in die Bodenplatte eingearbeitet, über das der Ofen seine Frischluft beziehen soll. Das ist zwar nicht zwingend notwendig, aber doch von Vorteil für die Qualität der Raumluft und sicherlich auch für die Brennleistung. 
 

Ausschlagen der Öffnung für die Frischluftzufuhr.

Der Rota Tre 2.0 verfügt sowohl an der Rückwand als auch im Boden über vorbereitete Öffnungen für die Frischluftzufuhr, die mit dem Gummihammer herausgeschlagen werden können. 

 

Kamin aus gebürstetem Edelstahl von der Firma eka.

Die Abgase werden über einen Kamin aus gebürstetem Edelstahl von der Firma eka senkrecht nach oben durchs Dach in Freie geführt. Natürlich sind die Kosten für den Kamin ebenfalls noch denen für den Ofen hinzuzurechnen. 

Bei brennbaren Materialien muss der Wandabstand mind. 20 cm betragen.

Der Wandabstand muss bei brennbaren Materialien mindestens 20 cm betragen, bei uns darf er auch geringer sein. 


Vor der Installation des Ofens konsultiere ich unseren zukünftigen Kaminkehrer (in Österreich Rauchfangkehrer genannt). Denn der muss absegnen, dass wir mit dem Ofen den in der Herstellerbeschreibung genannten Mindestabstand von 20 cm zur Wand unterschreiten dürfen. Da die aus Naturstein besteht, besteht keinerlei Brandgefahr, weshalb uns „the man in black“ seine Brandschutzabsolution erteilt.

Platte abschneiden und Loch hineinschneiden.

Daraufhin lasse ich in einem Metallbaubetrieb die 2 mm starke Metallbodenplatte um 15 cm kürzen, damit sie nicht so weit in den Raum hineinsteht. Bei der Gelegenheit lasse ich auch gleich ein Loch für die Frischluftzufuhr in die Platte schneiden. 

Schnittkanten versiegeln.

Die Schnittkanten werden dann von mir noch mit Rostschutzfarbe versiegelt, damit die Platte nicht unter dem Ofen vor sich hin korrodiert. 

Bodenplatte aus 2 mm Stahl.

Die gekürzte Bodenplatte vor unserer Natursteinwand. 

Der Durchmesser des Kaminrohrs ist größer als der in der Specksteinplatte.

Eine kleine Herausforderung ergibt sich noch aus der Tatsache, dass unsere Ofenrohre gedämmt sind und dass der Außendurchmesser mit 19,5 cm größer ist, als der Innendurchmesser des Lochs in der Specksteinplatte. 

Gott sei Dank ist mein Freund Thomas Györi Steinmetz und Bildhauer, der unter anderem solche Sachen macht: 

Skulptueren vom Kärntner Bildhauer Thomas Györi.



Auffräsen des Lochs in der Specksteinplatte.

Da ist das Vergrößern des Lochs in der Steinplatte für ihn „Kindergeburtstag“. 

Verfugen des Kamins mit Kessel-Kitt.

So passt schließlich das Kaminrohr in die Specksteinplatte. Doch bevor die auf dem Ofen abgesenkt wird, muss das Kaminrohr noch mit dem Ofen abgedichtet werden. Dazu verwendet man hitzebeständigen Kessel-Kitt.

Verfugen des Kaminrohrs mit Kessel-Kitt.

Mit diesem Kessel-Kit verfuge ich das Kaminrohr mit dem Ofen. Holzklötze dienen als Abstandshalter, denn die Platte muss ja eingelegt werden, bevor das Kaminrohr darauf gesteckt wird. 

Fertig!

So sieht die Specksteinplatte auf dem Ofen aus. 

Flexrohr mit Schelle fixieren.

Das Flexrohr für die Außenluftzufuhr wird auf den Anschlussstutzen auf dem Ofen geschoben und mit einer Schelle fixiert. 

Flexrohr dämmen.

Weil das Flexrohr eine Wärmebrücke darstellt und im Winter sicherlich die Luftfeuchtigkeit daran kondensieren würde, ummantle ich das Zuluftrohr mit einer 20 mm PE-Isolatormatte und fixiere diese mit drei Kabelbindern. 

Luftansaugrohr im Außenbereich nach unten richten und mit Fliegengitter versehen.

Am anderen Ende des Frischluftansaugrohrs versehe ich die Öffnung mit Fliegengitter, damit sich im Ansaugrohr nicht Insekten oder Kleintiere einnisten.  

So kann es nicht ins Luftansaugrohr reinregnen.

Mit zwei 90 Grad Winkeln wird verhindert, dass es in das Luftansaugrohr hineinregnet. 

Inbetriebnahme des Ofens.

Die Fertigstellung des Kamins überspringe ich jetzt einfach mal und zeige den Ofen hier bei seiner jungfräulichen Erstinbetriebnahme. Wir sind begeistert!

So stellen wir uns eine heimelige Atmosphäre vor. 

Im nächsten Blog-Beitrag geht es um die Installation des Kamins und um die Dachdurchführung. 

 

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