Veröffentlicht: 17.03.2020

Blog #23: Elektroinstallation Teil 1 - Kabel verlegen

Vor der Elektroinstallation graust es Vielen und so Mancher traut sich da nicht ran. Aber im Prinzip ist es ganz einfach. Gerade der erste Teil der Elektrik, die Planung, kann einem sowieso nicht von einem Elektriker abgenommen werden. Allerdings empfehle ich dringend, diesen schon in dieser Phase hinzuzuziehen, auch wenn man gedenkt, die Elektrik weitgehend selbst zu installieren. Denn die Elektrik muss in Deutschland der DIN-Norm entsprechen, in Österreich Ö-Norm-konform ausgeführt sein. Und was es dabei zu beachten gibt, das kann einem am besten ein Elektriker im Vorfeld erläutern. Außerdem müssen die vielen Kabel, die zum Verteilerkasten führen, am Ende von einem Fachmann angeschlossen und abgenommen werden. Deshalb ist es wichtig, dass man die Konzeption der Elektrik im Vorfeld schon mit eben diesem Fachmann bespricht, der dann später die Inbetriebnahme und Abnahme übernehmen soll. Außerdem ist es mehr als fair, wenn man ihm nicht nur diese Zeit bezahlt, sondern auch die Komponenten bei ihm kauft, auch wenn die dort vielleicht ein bisschen teurer sind. Dafür hat man dann aber einen kompetenten Ansprechpartner, den man fragen kann, wenn irgendetwas unklar ist.

Gut, wenn man beim Erstgespräch mit dem Elektriker schon einen Übersichtsplan vorlegen kann, wo auf dem Grundstück überall Strom gebraucht wird. Dabei sollte man auch ein bisschen in die Zukunft blicken und mögliche Szenarien ausmalen. Könnte vielleicht mal eine Garage, eine Sauna, ein Pool oder Schwimmteich dazukommen? Falls man das nicht 100%ig ausschließen kann, macht es Sinn, an die potenziell möglichen Orte schon mal ein entsprechendes Kabel zu legen. Das kann im Zuge der Erdarbeiten auf dem Grundstück ganz einfach mit verlegt werden und man spart sich die spätere Buddelei, die dann viel Zeit und Geld kostet. Wir haben für unser Grundstück erst mal ein „Big Picture“ entworfen und dabei mögliche Stromverbraucher grob skizziert.

 

Elektroplanung auf dem Grundstück


Als nächstes machen wir das Gleiche mit dem Haus. Das gestaltet sich schon deutlich schwieriger, und das kann einem auch kein Elektriker abnehmen. Denn es geht darum, zu definieren, wo im Haus zukünftig welche elektrischen Verbraucher platziert sein werden. Man muss sich mental in sein Haus versetzen, die einzelnen Räume gedanklich oder auf dem Grundrissplan oder im 3-D-Modell durchmöblieren. Wo steht der Esstisch, über dem eine Lampe schweben soll? Wo der Schreibtisch mit Steckdosen für Computer, Schreibtischleuchte, USB-Steckdosen zum Laden von Handy und anderen Akkus? Wo steht oder hängt der Fernseher, wo sind Kühlschrank, Herd und alle anderen Elektrogeräte platziert, die man zu haben gedenkt? An welchen Stellen sollen Leuchten für Helligkeit oder für atmosphärisches Licht sorgen? All diese Fragen sollte man zusammen mit seinem Partner oder seiner Partnerin durchspielen und die entsprechenden Steckdosen, Lichtschalter und sonstige elektrische Steuerungen (Hausklingel, Gegensprechanlage, Rollläden, Belüftungsgeräte, Bewegungsmelder usw.) in den Grundrissplan einzeichnen. 

Wir haben das genauso wie beim Ausbau unseres Wohnmobils gemacht. Den Grundrissplan haben wir eingescannt und in eine Powerpoint-Datei geladen. Dann haben wir uns Symbole für die einzelnen Schalter, Steckdosen und Verbraucher ausgedacht und diese dann an der entsprechenden Stelle im Plan eingesetzt. Natürlich kann man das alles noch viel professioneller mit einem 3-D-Programm wie Scetchup machen. 

Elektroplanung im Haus

So sieht unser Grundriss aus, wenn (hoffentlich) alle elektrischen Verbraucher, Schalter und Steckdosen eingezeichnet sind.

Elektroplanung im Haus

Bereits beim Planen der Bodenplatte müssen Leerverrohrungen in die Bodenplatte eingelegt werden, durch die dann später die Leitungen von außen ins Haus geleitet werden. Hier, rechts im Bild, sehen wir 5 Leerrohre für die Elektrik. Die beiden isolierten Leitungen links sind für die Wärmepumpe. 


Als nächsten Schritt geht es dann ans Verlegen der Leitungen. Das ist durchaus ein Job, den man auch als "GroMo" (Grobmotoriker) selbst übernehmen kann. Denn es gilt, die Leitungen vom Verteilerkasten zu den entsprechenden Stellen im Gebäude zu führen. Dies muss zu einem relativ frühen Zeitpunkt in der Bauphase geschehen, und zwar bevor der Estrich im Gebäude verlegt wird. 
 

Elektroinstallation im Selbstbau-Haus

Zunächst gilt es, den Verteilerkasten im Technikraum, oder wo er sonst platziert werden soll, zu montieren.

Elektroplanung im Selbstbau-Haus

Dort werden die Leitungen für die einzelnen Stromkreise erst mal nur eingehängt, aber sorgfältig beschriftet. 

Elektroinstallation im Selbstbau-Haus

Damit man nicht überall über frei herumliegende Leitungen stolpert, werden diese mit Lochband, Setzeisen und Fixpins am Boden fixiert.

Elektroinstallation im Selbstbau-Haus

Die Fixierung ist besonders dann wichtig, wenn Flüssigestrich zum Einsatz kommt. Denn dann können die Leitungen aufschwimmen. Bei uns ist das nicht der Fall, weil wir Trockenestrich verwenden werden. 

Elektroinstallation im Selbstbau-Haus

Überall, wo sich später Steckdosen oder Lichtschalter befinden sollen, werden mit dem Topfbohrer, der Lochsäge oder dem Dosensenker (wie immer man ihn nennen mag) die entsprechenden Löcher gebohrt (Durchmesser: 68 mm). 

Elektroinstallation im Selbstbau-Haus

Da treffen sich ganz schön viele Kabel am Verteilerkasten - und das sind noch lange nicht alle.

Elektroinstallation im Selbstbau-Haus

Damit wir nicht dauernt über die Leitungen stolpern, basteln wir kleine Brücken aus einem Holzbrett und zwei Dachlattenstücken.

Damit ist der erste Teil der Elektroinstallation abgeschlossen. Teil 2 – die Montage der Steckdosen und Schalter – erfolgt erst, nachdem die Wände verkleidet, gespachelt, geschliffen und gestrichen sind. Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt auch über diesen Teil der Elektroinstallation berichten.


Im nächsten Blog-Beitrag geht es um die Wasserinstallation.  

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